2018


In der Saison 2018 legte die Gymir insgesamt 1.360 sm sowie 98 km NOK zurück. Die Station waren u.a. Bremerhaven, Helgoland (Rund Skagen), Kiel, Göteborg, Laboe, Cuxhafen, Delfzijl.


Winterlager 2018 / 2019 in Delfzijl.
Winterlager 2018 / 2019 in Delfzijl.

Cuxhaven - Delfzijl (27. und 28. Oktober 2018)

 

Details folgen...


Laboe - Cuxhaven (28. und 29. September 2018)

 

Am 28. / 29. September verholten wir die GYMIR von Laboe durch den NOK nach Cuxhaven. Unser eigentliches Ziel, das Schiff in die Niederlande zu bringen, konnten wir aufgrund der vorherrschenden Westwinde im Rahmen eines Wochenendes nicht erreichen.


Laboe, Werft
Laboe, Werft

Göteborg – Laboe (1. bis 3. September)

 

Der Törn von Schweden zurück in heimische Gewässer stand unter der Prämisse, die vor uns liegenden 250 sm ohne den Einsatz des Motors zurückzulegen. Dies war in zweierlei Hinsicht spannend, da wir zum einen unseren Energieverbrauch deutlich reduzieren mussten und zum anderen auf passende Winde zu hoffen hatten, welche uns ohne längere Kreuzschläge durchs Kattegat und durch den Langelands Belt zurück in die Kieler Förde bringen sollten. Unseren Liegeplatz im „Göteborgs Kungliga Segelsällskap“ verließen wir dann auch ohne Motoreinsatz, indem wir uns mittels Leinen aus der Box verholten und unter Genua aus der Boxengasse segelten. Außerhalb des Hafens wurde angeluvt und das Groß konnte gesetzt werden. Der für die kommenden Tage prognostiziert NE-Wind war ideal, um die GYMIR zurück nach Deutschland zu überführen. Unser Ziel war eine Werft in Laboe, bei der wir uns bereits angemeldet hatten und welche unserer Undichtigkeit beheben und zudem die Ursache des immensen Leistungsverlustes suchen sollte.

Der Non-Stop-Törn von Göteborg nach Laboe verlief reibungslos; die Maschine kam während der Überführung nicht zum Einsatz und wurde erst wieder in der Hafeneinfahrt des Werfthafens angeworfen und zum Aufstoppen an der Kaimauer genutzt. Laufzeit: ca. 5 Minuten.

In Laboe wurde uns ein im Laufe der kommenden Wochen ein neuer (gebrauchter) Gehäusedeckel eingebaut, welchen wir bei einem Gebrauchtteilehändler in den Niederlanden erstanden hatten. Auch dies verlief nicht ohne Komplikationen, aber letztendlich bekamen wir den Anruf von der Werft: Deckel installiert; Undichtigkeit behoben! Der Leistungsverlust war dann auch schnell gefunden: Der Propeller war völlig mit Seepocken überwuchert. Dieses Problem löste ein Taucher, welcher wieder für eine saubere Strömung am Propeller sorgte.


Göteborg – (17. bis 31.08.2018)

 

 

Eigentlich war der Plan wie folgt: Entspanntes segeln im Göteborger Schärengarten. Es kam jedoch, wie so oft bei diesem Hobby, ganz anders.

Kurz nach dem Ablegen bemerkten wir noch vor dem Setzen der Segel einen schnellen Wasseranstieg in der Bilge. Nach wenigen Minuten war die Bilge (mit Salzwasser) voll und erstmals kam eine unserer Cockpit-Handlenzpumpe unter „realen“-Bedingungen zum Einsatz. Wir waren nur ca. 15 Minuten Fahrzeit vom Hafen entfernt, und während Julia die GYMIR zurück in den Hafen steuerte, versuchte ich durch lenzen den Wasserstand im Schiff nicht weiter steigen zu lassen. Wir waren nur zu zweit an Bord und unser Problem war folgendes: Wenn das eine Crewmitglied steuert und das zweite Crewmitglied die Handlenzpumpe bedient steht keiner für die Suche nach der Leckage zur Verfügung. Fühlt sich erstmal blöde an und in diesem Augenblick ist vor meinem geistigen Auge auf unserer ToDo-Liste für das kommende Winterlager die Position „EINBAU EINER ELEKTRISCHEN LENZPUMPE“ erschienen. Und zwar ganz oben.

Die Suche nach der Leckage konnte erst nach Rückkehr in der Box erfolgen und hier stellt sich relativ schnell heraus, dass eine Undichtigkeit (Korrosion) im Gehäuse des Wärmetauschers die Ursache war. Dies hatte zu Folge, dass nach dem Starten der Maschine die Wasserpumpe munter Seewasser in unser Schiff gepumpt hatte. Durch Erhöhung der Motordrehzahl (wir wollten zügig in den Hafen zurückkehren) wurde entsprechend die Förderleistung erhöht und somit noch schneller Wasser in die GYMIR gepumpt.

Es folgten recht zähe Tage in Göteborg, welche durch Besuche von Werften, diverse Telefonate mit Technikern (und sonstigen Spezialisten) und immer wieder auftretende Wartezeiten geprägt waren. An unseren alten Peugeot-Diesel traute sich keiner so recht heran, ein Ersatzteil war auf die Schnelle nicht zu beschaffen und die „Quick-Fix“-Lösung der lokalen Volvo-Vertretung führte auch nicht zum erhofften Erfolg.

Schlussendlich hatten wir einen Kostenvoranschlag von Volvo vorliegen: Einbau eines neuen VOLVO Penta MD2-40 für 14.000,- € und für weitere 2.000,- € hätten sie uns auch noch einen sportlichen Faltpropeller verkauft.  Prinzipiell bin ich kein Feind umfassender Maßnahmen, so ist jedoch die Entscheidung, eine neue Maschine in ein 45 Jahre altes Schiff einbauen zu lassen, keine Entscheidung die mal eben so im Urlaub trifft. Zudem hätte die GYMIR vermutlich den Winter über in Schweden liegen müssen, was wiederum deutlich unsere Törnpläne für 2019 tangiert hätte.

Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, den Rest des gemeinsamen Urlaubs die GYMIR als „Ferienwohnung auf dem Wasser“ zu nutzen und im Hafen zu bleiben und das Boot anschließend mit anderer Besatzung ohne Motor zurück nach Deutschland zu segeln, um es dort reparieren zu lassen, was in Schweden nicht möglich war.

Der Hafen mit dem wohlklingenden Namen „Göteborgs Kungliga Segelsällskap“ ist eine absolute Empfehlung. Ordentliche Sanitäreinrichtung, Restaurant und ein gut zu erreichender Supermarkt. Eine Straßenbahnanbindung führt sowohl in die Göteborger City als auch nach Göteborg-Saltholmen. Von Saltholmen aus fahren Fähren zu den Inseln in Göteborger Schärengarten.


Göteborg - Familienseglen in den Schären (17. bis 27. Juli 2018)

 

Bericht und Bilder folgen in Kürze!


25. Mai bis 2 Juni 2018; Überführung der Gymir von Kiel nach Göteborg


Nach dem ruhmlosen Ende der Regatta Pantaenius Rund Skagen (siehe eigener Bericht) verließen die restlichen beiden Mitsegler am Montagmorgen das Schiff. Ich hatte den Job übernommen, das Schiff einmal gründlich zu putzen, erneut zu verproviantieren und dann nach Göteborg zu verholen. Am Abend sollte Segelfreund Bert in Schilksee eintreffen und wir wollten dann Dienstag früh zu zweit Richtung Göteborg starten, wo für den Rest des Sommers ein reservierter Liegeplatz in Langedrag auf unsere Gymir wartete. Mit verschiedenen wechselnden Crews sollen in diesem Jahr die Westschären erkundet werden bevor es Anfang September wieder in heimische Gefilde zurückgehen soll.
Nach der „Flautenregatta“ um Skagen hatten wir nun eine wunderbare Wetter- und Windprognose mit überwiegenden Ostwinden mittlerer Stärke und „Sonne satt“. Zu diesem Zeitpunkt wusste natürlich noch niemand, dass dieses ein wirklicher Jahrhundertsommer werden sollte und dass Ölzeug und Stiefel tatsächlich lange Zeit nicht gebraucht werden sollten.
Nach dem Ablegen wurden direkt die Segel gesetzt und es ging auf Nordkurs. Zunächst hatten wir noch einen NO, sodass südlich Langeland zwei Wenden (genau zwei!) gefahren wurden, dann waren wir schon im Großen Belt. Dort fanden wir den üblichen nordsetzenden Strom vor und es ging mit 6-7 kn weiter bis nach Spodsbjerg. Da bei Bert erst noch Seebeine wachsen mussten, hatten wir uns entschieden, dort die erste Nacht zu verbringen. Mittlerweile hatte der Wind deutlich zugenommen, sodass wir längsseits mit dem Bug im Wind im fast leeren Hafen festmachten und zwar gerade so rechtzeitig, dass wir im einzigen (geöffneten) Restaurant des Ortes noch eine verdiente warme Mahlzeit bekamen.
Es ging früh raus am nächsten Tag! Ost 4-5, keine Wolke! Nach 10 min Motor aus, Segel hoch, Windpilot eingekuppelt. Speed über Grund zwischen 7 und 9 Knoten, Vmax fast 10 Knoten südlich Rosnaes Puller.
Warum in aller Welt konnten wir diese Bedingungen nicht bei der Rund Skagen Regatta haben?? Hier war unser alter Hanseat endlich in seinem Element und konnte seine Stärken (geschrickte Amwind- und Halbwindkurse) voll ausspielen. Na ja. Ende mit dem Nachtrauern! 
Jedenfalls konnten wir die Fahrt nun wirklich genießen. Ursprünglich wollten wir die Nacht in Ballen auf Samsö verbringen, es lief jedoch so gut, dass wir noch die 13 Meilen nach Sejero „drauflegten“ und dort am frühen Abend einliefen. Wir hatten für die 66 Seemeilen weniger als 10 Stunden inkl. An-und Ablegen gebraucht. Im Hafen das übliche Bild für diese Jahreszeit, einige wenige Schiffe, überwiegend alle Plätze leer. Bei Jannie und Henrik im Café Spaetten verbrachten wir einen tollen Abend auf der Terrasse, das Essen (aber auch die Preise) zeigten sich auf „Gourmet“-Niveau.
Erneut frühes Wecken und wieder nur 10 Minuten Motorfahrt bis die Segel standen. Nächstes Ziel war die Insel Anholt im Kattegat in ca. 55 Meilen Entfernung. Heute erneut keine Wolke am Himmel, die Winde passend mit etwas verminderter Stärke von 3-4, später 1-2, sodass wir in der letzten Stunde die Maschine mitlaufen ließen. Wiederum ein herrlicher Segel Tag mit viel Sonne und einem abendlichen Bad in der Ostsee am feinen Sandstrand von Anholt (direkt neben der Marina, aber menschenleer). Der im Sommer immer volle Hafen war maximal zu 25% belegt, entsprechend entspannt die Atmosphäre.
Es war ja erst Donnerstag und unser Törnziel Göteborg „war uns nicht mehr zu nehmen“ auch wenn der Wind etwas schwächer wurde und zunehmend von Ost auf NO  bzw. Nord drehen sollte.
Also entspanntes Ablegen am Freitagmorgen und erneut unter Vollzeug Richtung Schweden. Die Querung der Großschiff-Fahrwasser war Dank AIS ein Kinderspiel. Es zeigte sich dann, dass der direkte Kurs nicht zu halten war, sodass wir mehr östlich auf die Küste zufuhren.
Mein Mitsegler kannte das Schärensegeln noch nicht, wir hatten Zeit, also suchte ich derweil im schwedischen Revierführer eine geeignete Schäre etwa 20 Meilen südlich von Göteborg aus, die uns vor den prognostizierten Nordwinden schützen würde. Diese fanden wir im Süden der Halbinsel Mönster. Ein Traumplatz wie sich später herausstellte, nachdem wir in üblicher Technik unter Heckanker und Bugleine festgemacht hatten. Ein Bad in der Ostsee folgte unmittelbar.
Die restlichen 20 Meilen nach Langdrag legten wir dann am nächsten Tag entspannt unter Maschine zurück. Es war Wochenende, entsprechend viel los war dort, direkt vor Göteborg.
Vor dem Hafen fanden gerade einige Regattafahrten statt und der Hafen schien hauptsächlich von Regattateilnehmern belegt zu sein. Nichts destotrotz wurden wir freundlich aufgenommen;  vermutlich spürten die Verantwortlichen den Sportsgeist, den die GYMIR noch vom DNF „Rund Skagen“ umwehte…
Der Anleger für die Regattaboote wurde als später zu einem Schwimmsteg umfunktioniert.
Wir fanden unseren reservierten und beschrifteten Platz (toller Service), belegten die Festmacher und damit war unser Überführungstörn beendet, der diesmal ein echter kleiner Urlaubtörn war. Der Rest des Tages verging mit Saubermachen, Aufklarieren und Relaxen, unser Rückflug war für den kommenden Tag geplant.
Alles in allem ein schöner Überführungstörn bei tollen Bedingungen in einem sehr schönen Revier. Und in ca. 2 Wochen sollte schon die nächste Crew das Schiff übernehmen und für einige Wochen die Schären erkunden.

Sundowner Göteborg
Sundowner Göteborg

Flaute! Das diesjährige Motto der Nordseewoche.
Flaute! Das diesjährige Motto der Nordseewoche.

Mai 2018 - Bericht Nordseewoche und Pantaenius "Rund Skagen" - TEIL I -

 

Am Donnerstagabend vor Pfingsten reisten 3/5 der geplanten Crew bereits nach Bremerhaven an. Am Freitag wurden dann letzte Vorbereitungen getroffen. Noch waren nicht alle Offshore Special Regulations für Kat. 2 Monohull erfüllt, die hölzernen Leckstopfen mussten noch an die Borddurchlässe gebändselt werden. Diesen Smalljob einer unbekannten Unterkategorie der Smalljob-Hierachie hatten wir bislang noch nicht geschafft. Wir waren der festen Überzeugung, dass wir mit unserem 45 Jahre alten Schiff auf jeden Fall zum Safety Check vor der Langstrecke ausgelost werden würden. Darauf waren wir nun vorbereitet.
Das Schiff wurde ausgeräumt und um etliche Kilos leichter gemacht. Danke an die Freunde aus Bremen, die das ganze Zeug transportieren und später alles wieder nach Kiel schaffen mussten.

Fahrtenmodus aus – Regattamodus an.
Außerdem wurde unser Proviantmeister wieder mal tätig, es wurde nach vorbereiteten Listen eingekauft und anschießend gestaut. Dass nach zwei Tagen der Langstrecke dann doch schon der Kaffee rationiert wurde und später gar die Lebensmittel knapp wurden, das soll später thematisiert werden.... Am Nachmittag traf dann auch Freund Robbi ein, den wir in klassischer Weise für diesen Törn shanghait hatten.
Wickipedia: „Shanghaien wurde in westlichen Sprachen zu einem festen Begriff - jemanden unter Alkohol setzen und auf ein Schiff verschleppen, meint es im wörtlichen Sinn, jemanden übertölpeln im übertragenen.“
Am Abend dann die Steuermannsbesprechung für die Zubringerregatta Bremerhaven-Helgoland am Samstag, Startzeit 05.30 h!! Die Wetterprognose versprach nichts Gutes, Schwachwindig gegenan bis Flaute.
Wir haben uns (um eine Stunde Schlaf zu gewinnen) dann abends noch ausgeschleust und in die Geestemündung verholt. Am späten Abend traf dann auch das letzte Crewmitglied am Schiff ein und nach einer kurzen Nacht ging es bei Hochwasser Richtung Startlinie.
Bei nicht vorhandenen Winden war es vielfach nur die Strömung, die uns Richtung Ziel bewegte, den anderen Crews ging es natürlich genauso. Moderne Leichtbauten schaffen aber auch bei diesen Verhältnissen noch etwas Vortrieb. Dennoch wurde die Regattastrecke verkürzt, Helgoland hätte unter diesen Bedingungen nicht erreicht werden können zumal im Bereich der Außerweser bereits die Tide gekentert war und somit später auch der Strom gegen uns stand. Nach Passieren der Ziellinie (letzter Platz unserer Klasse) wurde somit die Maschine angeworfen, die restliche Strecke nach Helgoland wurde unter Motor zurückgelegt.

Mai 2018 - Bericht Nordseewoche und Pantaenius "Rund Skagen" - TEIL II -

 

Eigentlich wollten wir auf Helgoland tanken („weil´s billiger ist“, das Budget sollte geschont werden!) Mit einer Motorfahrt konnten wir nicht wirklich rechnen. Der Tank war schon recht leer, als wir das Abenteuer starteten, doch nun sahen wir Stunde um Stunde die Tankanzeige bis unter null fallen. Was macht man dann so? Drehzahl runter, direkten Kurs steuern, Ausatmen, nochmal die Motorstunden addieren und hoffen... Glücklicherweise kam dann vor Helgoland doch noch mal etwas Wind auf. Sofort Maschine stopp, Segel hoch und dann bis zur Hafeneinfahrt unter Segel weiter. Da es gerade mit dem Wasserstand passte, ging es direkt weiter zur Tankstelle und siehe da, es passten 112 Liter in den 120 Liter-Tank, von dem eigentlich niemand genau weiß, wieviel da wirklich reinpasst. Glück gehabt!
Anschließend mit vollem Tank und guter Laune in den Hafen um dort als letztes Schiff im 20er Päckchen festzumachen. Es folgten kurze Nächte und morgens immer das übliche Chaos, wenn sich das gesamte Päckchen gleichzeitig auflöst.
Wir verzichteten auf weitere Regatten am Samstag und Sonntag um uns voll auf die Langstrecke am Montag vorzubereiten (Essen, Schlafen, Wachplan aufstellen, Wetterrouting studieren, Sicherheitsmanöver nochmals durchgehen, wieder Wetterrouting studieren, nochmals den Wachplan diskutieren... Und was man sonst noch so alles macht vor so einem großen Ereignis.)
Erstaunlicherweise wurden wir NICHT für den Safety Check ausgewählt! Hat man den alten Hanseaten per se durchgewunken? Vernünftiges Schwerwetterschiff, wird schon gehen? Wir wissen es nicht, vermutlich reiner Zufall.
Es wurden Montagmittag dann schon mal die Sturmsegel angeschlagen um sie gebührend zu präsentieren am Gate unmittelbar vor dem Start. Alles ok, wir wurden durchgewunken und waren somit offiziell „Im Rennen“. Da wir die Regattaunterlagen, die bei der Steuermannsbesprechung verteilt wurden, immer noch nicht komplett studiert hatten, war uns zunächst nicht bewusst, dass es doch mehrere Startgruppen gibt und wir in der ersten Gruppe starten sollten. Nachdem uns das System dann dämmerte, befanden wir uns weit weg von unserer Gruppe und von der Startlinie, sodass wir diese erst mit einiger Verspätung überqueren konnten. Den Start hatten wir also schon mal gehörig vermasselt, das Feld musste also von hinten aufgeräumt werden. Zunächst wurden wir allerdings von den Racern aus den anderen Gruppen überholt und trieben sie dann vor uns her. Nach Rundung einiger Tonnen konnten wir dann schließlich Kurs Nord anlegen. Unter Vollzeug nach Horns Rev, das irgendwann im Morgengrauen passiert wurde. Insgesamt verliefen die ersten 24 ganz gut, wir legten bereits 138 sm seit dem Start zurück. Mittlerweile hatten wir uns vorgekämpft in unserer Klasse. So hätte es weitergehen können...
Der Wind wurde dann aber schwächer und drehte gegen uns, es waren Kreuzschläge angesagt. An Bord die übliche Diskussion, ob kurze oder lange Schläge besser seien. Das Wetterrouting wurde dann zwischenzeitlich aktualisiert, wir entschieden uns für die langen Schläge. An Position 3 unserer 6er Gruppe fuhren wir schließloch an Hanstholm vorbei in die sogenannte Jammerbucht ein. Diese sollten ihrem Namen diesmal wirklich alle Ehre machen. Zunächst kamen wir sehr langsam voran, aber zumindest in die richtige Richtung. Am Ende der Jammerbucht schlief dann der Wind erstmals vollständig ein. Hirtshals in Sicht kamen wir nicht mehr von der Stelle – für 10 Stunden!! Glatte Ölsee um uns herum, verbrachten wir eine ganze Nacht in dieser Situation, nur um dann bei ganz schwach einsetzendem Wind festzustellen, dass wir eine halbe Meile durch den Strom zurückversetzt wurden. Mittlerweile hatten wir die rote Laterne in unserer Gruppe übernommen. Nun Ja, wenigsten war jetzt das mythenumwobene Skagen in Sicht. Der leichte Wind ließ es zu, dass wir tatsächlich Skagen Rev auf direktem Kurs anlegen konnten. Die anderen Schiffe wählten zum Teil eine andere Flautentaktik, das führte dazu, dass wir nach der Rundung der Nordtonne wieder einige Plätze im Rennen gutgemacht hatten. Mittlerweile, die schnellen Schiffe feierten bereits den Sieg in Strande, gab es bei den langsamen bereits die ersten Aufgaben. Kam für uns natürlich nicht in Frage, Durchhalteparolen machten die Runde auf dem Schiff.

 

Juni 2018 - Bericht Nordseewoche und Pantaenius "Rund Skagen" - TEIL III -

Die nächste taktische Entscheidung stand an, westlich oder östlich an Laeso vorbei? Das Wetterrouting sah auf der Ostseite besser aus, eventuelle lokale Windeffekte sprachen für die westliche Route. Wir entschieden uns für OST. Und direkt östlich Laeso kamen wir mal wieder für 6-7 Stunden zum kompletten Stillstand in der Ölsee. Auf der Westseite lief es auch nicht besser, der ein oder andere gab auf dieser Seite das Rennen auf. Die ORC 4 wurde immer kleiner. Unser Hanseat nahm gegen Mittag wieder (geringe) Fahrt auf, nur um abends nordwestlich von Anholt erneut zu stehen. Es stand uns zum wiederholten Male eine ganze Nacht mit kompletter Flaute bevor.
In dieser Nacht wurde nicht viel gesprochen, alle Wachhabenden machten sich so ihre Gedanken, jeder von uns hatte für sich ausgerechnet, dass wir überhaupt keine Chance mehr hatten (auch unter idealen Bedingungen) das Ziel noch am kommenden Wochenende zu erreichen. Der größte Teil der Besatzung sollte ja montags wieder auf der Arbeit erscheinen.
Aufgeben ist allerdings nicht unsere Stärke, sodass wir erst sehr spät am Morgenmorgen die Entscheidung fällten, die Maschine anzuwerfen. Wir hatten unter diesen Bedingungen 30 Stunden Motorfahrt bis nach Kiel vor uns und sollten dann Sonntagnachmittag erst dort sein.
Kaffee hatten wir schon seit der Jammerbucht nicht mehr, jetzt wurden auch noch die (leckeren) Lebensmittel und die Sonnenmilch knapp. Wir hatten einfach nicht mit einer derart zähen Regatta gerechnet. Vielleicht waren das auch zusätzliche Argumente, die uns die Aufgabe leichter machten.
Die Maschine lief, die Gymir machte 5,5 kn Marschfahrt Richtung Kiel, die Stimmung, die zuvor deutlich gedrückt war bei all den Flauten, stieg allmählich wieder und jeder machte so seinen Frieden mit der Tatsache, dass wir uns bei unserer ersten Offshore-Langstrecken-Regatta gerade ein DNF eingefahren hatten.
Wikipedia: „Die Bezeichnung „Did not finish“ (DNF; engl. für „nicht beendet“) wird allgemein im Sport für gestartete Teilnehmer verwendet, die den Wettkampf nicht beenden konnten. Speziell im Ausdauersport wird damit in der Ergebnisliste angezeigt und auch honoriert, dass der Starter oder die Starterin zwar den Wettkampf begonnen, ihn aber nicht beendet hat...“
Immerhin. Ein kleiner Trost war auch die Tatsache, dass zahlreiche Schiffe ebenso aufgeben mussten wie wir und dass in unserer ORC4 lediglich ein Schiff (von 6) gewertet wurde. Außerdem war die Teilnahme insgesamt ein schönes Erlebnis, eine Woche blauer Himmel, kein Sturm, kein Regen, nur kurze-Hosen-Wetter, keinmal die Stiefel angezogen, keinmal gerefft gesegelt...das muss man so früh im Jahr erst einmal haben in diesem Revier.
Letztlich liefen wir am Sonntagnachmittag dann in Strande ein. Keine Ziellinie mehr, keine Anzeichen der Rund Skagen Regatta mehr, alles war schon Geschichte. Noch nicht mal einen Liegeplatz hatten sie mehr für uns, sodass wir uns später noch nach Schilksee verholen mussten. Im Laufe des Nachmittags wurde das Schiff dann wieder in den Fahrtenmodus versetzt. Teile der Mannschaft waren schon auf dem Heimweg und die restliche Crew war mit Saubermachen und Klarieren beschäftigt. Schließlich sollte es dienstags weitergehen in Richtung Göteborg.


10. Mai 2018

Noch acht Tage... und der Rest von heute... bis zu unserer Teilnahme an der Zubringerregatta "Bremerhaven - Helgoland"! Das Schiff ist mittlerweile in einem tadellosen Zustand und bereit für die erste Teilnahme an der Nodseewoche - über den Zustand der Crew könnnen die Buchmacher jedoch nur spekulieren... wie dem auch sei: Die Crew freut sich auf den Start am 19. Mai 2018 in aller Herrgottsfrühe in Bremerhaven. Hoffentlich ist das Schleusenpersonal der Bremerhavener Doppleschleuse gegen 0300h lt bereits hellwach!


15. April 2018

An diesem Wochenende wurde mal wieder am Schiff gearbeitet… im Folgenden nur ein kleiner Auszug der diversen Jobs: die neue Verriegelung des Batteriefachs (Stichwort:  Kentersicherheit) wurde installiert, die neuen Rettungsmittel am Heckkorb angelascht, eine Cockpit-Lenzpumpe wurde mit einem neuen Augbolzen und entsprechender Mutter versehen… die Feuerlöscher wurden fest installiert…  das Sturmvorsegel und das neue Try wurden zum Test gesetzt und die Holepunkte am Schiff markiert… Das Schiff wurde innen gereinigt; das Deck geschrubbt… die Segel angeschlagen… Die Maschine bekam einen Ölwechsel verpasst… etc.

… am kommende Wochenende endlich der erste Testschlag!


3. April 2018

Sie schwimmt wieder...


25. März 2018

Die Saisonvorbereitung läuft... Die Arbeiten an der neuen Elektroverteilung sind zu 98% abgeschlossen und das Unterwasserschiff hat eine gehörige Portion Anitfouling bekommen... Das Überwasserschiff wird am Osterwochenende poliert und gewachst. Krantermin ist Dienstag, der 3. April 2018, 0800h lt. 


18. März 2018


5. Februar 2018

Neues Panel f. Elektrik
Neues Panel f. Elektrik

21. Januar 2018

Crew-Gewicht

Am 21. Januar 2018 wurde in einem anonymisierten Verfahren (bei Dunkelheit) und unter quasi notarieller Aufsicht (Kellner unserer Stammkneipe) sowie Verwendung einer geeichten Nutztierwaage (Ablesegenauigkeit 200 g) das Gewicht der Stamm-Crew ermittelt :

345 kg


19. Januar 2018

Meldeliste zu "Rund Skagen" öffnet am 20. Januar 2018!

Es geht voran… offizielles WIEGEN der Crew für „Rund Skagen“ erfolgt am 20. Januar 2018! Anschließende Anmeldung der GYMIR! Details folgen….


Perspektive / Törnplanung 2018:

Besuch der Nordseewoche (Helgoland)  mit Teilnahme an der Regatta "Rund Skagen" (Helgoland - Kiel) . Im Anschluß erfolgt die Überführung der GYMIR von Kiel nach Göteborg in die schwedischen Westschären. Anfang Septemer 2018 geht es von Göteburg über Helgoland in die Niederlande (IJsselmeer).